Wie es zu SYNQ kam
Ein Marketing-Guru fragte mich einmal nach meinem Newton-Apfel-Moment. Nach dem einen Augenblick, der mich dazu gebracht hatte, SYNQ zu bauen. Aber irgendwie gab es diesen einen Moment nicht. SYNQ ist über Jahre gewachsen.
Die erste Idee entstand vor Jahren in Passau. Damals, irgendwann Mitte zwanzig, begann ich, mich für Wilhelm Busch und Lyrik zu begeistern. Mich bewegte, wie viel Leben in wenigen Zeilen stecken kann. Schönheit und Trauer, Weisheit und Humor, manchmal ein ganz neuer Blick auf die Dinge. Und immer wieder fand ich etwas, das ich unbedingt mit jemandem teilen wollte. Nur mit wem? In meinem Freundeskreis war ich mit dieser Begeisterung ziemlich allein. Und so blieb sie bei mir.
Da kam mir der erste Gedanke zu SYNQ:
„Es muss doch jemanden geben, der dieselbe Faszination empfindet und sie ebenso teilen möchte.“
Nun wohne ich in München und vermisse manchmal das einfache Zusammenkommen. Ein Feierabendbier, eine Runde Basketball. Solange alle Freunde beieinander wohnten, ergab sich so etwas von selbst. Dann flogen die Vöglein nach und nach aus, zum Studium oder zur Arbeit.
Aber es war nicht nur das. Ich begann mich zu fragen, warum man in einer Stadt voller Menschen eigentlich so wenig mit den Menschen um sich herum zu tun hat. Man geht zum selben Bäcker, am selben Buchladen vorbei, wohnt vielleicht seit Jahren Tür an Tür und fühlt sich doch nicht unbedingt als Teil einer Nachbarschaft.
Dabei ist Nachbarschaftlichkeit vielleicht zunächst gar keine Frage davon, wie viele Menschen man kennt. Sondern davon, wie man ihnen begegnet.
Und so kam mir der zweite Gedanke zu SYNQ:
„Es muss doch noch andere geben, die nach Feierabend einfach eine Runde Basketball spielen wollen.“
Ich glaube ohnehin, dass Freundschaften oft ganz nebenbei entstehen. Nicht unbedingt, wenn man sich gegenübersitzt und versucht, einander kennenzulernen. Sondern wenn man nebeneinandersteht und gemeinsam auf etwas schaut. Auf ein Schachbrett, einen Basketballkorb oder einfach in die Abendsonne. Im Schulterschluss gewissermaßen.
„Man lernt jemanden in einer Stunde Spiel besser kennen als in einem Jahr Gespräch.“
Dass SYNQ auch bestehenden Freundesgruppen beim Organisieren helfen könnte, darauf brachten mich Freunde. Wer gern Spieleabende organisiert, könnte SYNQ vielleicht auch dafür nutzen.
Der Gedanke an ein soziales Netzwerk für Nachbarschaft ließ mich jedenfalls nicht los. Eines, das ihn so umsetzte, wie ich es mir vorstellte, kannte ich nicht.
Ich wollte nicht erst in zwei Wochen zwanzig Menschen zusammenbringen, sondern in zwei Stunden zwei.
Nach meinem Master baute ich in Passau einen ersten Prototyp. Doch es braucht viel, um einen solchen Gedanken wirklich in die Welt zu bringen. Als ich wenige Monate später zu arbeiten begann, blieb es zunächst beim Prototyp.
Zurück in München wurde mir immer klarer, dass nicht nur ich so eine App gern hätte. Ich begann auch zu glauben, dass sie unserer Gesellschaft guttun könnte.
Denn ich habe das Gefühl, dass etwas in Bewegung gerät. Dass ein gewisser Wunsch nach Veränderung in der Luft liegt. Wir haben gelernt, uns digital zu vernetzen, können mit Menschen auf der ganzen Welt in Verbindung bleiben und haben doch manchmal erstaunlich wenig mit den Menschen zu tun, die nur ein paar Türen weiter wohnen.
Vielleicht ist es an der Zeit, auch soziale Netzwerke anders zu denken. Facebook und die Netzwerke seiner Zeit haben einen großen Teil unseres sozialen Lebens ins Digitale gebracht. Vielleicht ist nun die Zeit für Netzwerke gekommen, die uns wieder hinausführen.
Die nicht das soziale Leben auf den Bildschirm holen, sondern den Bildschirm nutzen, um das soziale Leben zu bereichern.
Mich beschäftigt dabei ein Widerspruch: Soziale Netzwerke sollen Menschen verbinden. Ihr Erfolg bemisst sich aber häufig daran, wie lange wir auf ihnen bleiben.
Dabei ist Zeit auf einem Bildschirm ja nicht per se schlecht verbrachte Zeit. Fünf Minuten im Bus einen schönen Gedanken lesen, einen Impuls bekommen, der einen den ganzen Nachmittag begleitet – wunderbar. Aber eine Stunde durch einen Feed scrollen und hinterher kaum wissen, was man eigentlich gesehen hat?
Vielleicht sollten wir soziale Netzwerke weniger danach beurteilen, wie lange wir auf ihnen bleiben, als danach, was wir von ihnen mitnehmen.
Ein AbzweigWann ist SYNQ erfolgreich?
Nicht, wenn Menschen möglichst lange in der App bleiben. Sondern wenn sie durch SYNQ zusammenfinden.
Wenn aus einem Gedanken ein gemeinsamer Nachmittag wird. Wenn Menschen häufiger vor die Tür gehen, sich im Viertel begegnen und vielleicht irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken, ob sie ihre Nachbarn kennen.
Ich möchte, dass SYNQ vor allem daran gemessen wird, wie oft Menschen tatsächlich miteinander etwas unternehmen. Wie viele SYNQs zustande kommen, wie oft aus einer Idee ein gemeinsames Erlebnis wird.
Natürlich darf man auch einfach fünf Minuten einen schönen Gedanken lesen. Nicht jede Begegnung mit SYNQ muss zu einer Verabredung führen.
Aber der eigentliche gesellschaftliche Erfolg von SYNQ soll sich möglichst außerhalb von SYNQ zeigen. In lebendigeren Innenhöfen, in spontanen Begegnungen und in Menschen, die einander wieder etwas selbstverständlicher zugewandt sind.
Und manchmal ist das Schönste, was wir mitnehmen, ein Grund, die App zu schließen. Denn eigentlich kann es so einfach sein: sich auf ein Bordsteinbier treffen, über etwas reden oder eine halbe Stunde mit dem Nachbarn im Hof Tischtennis spielen. Zwanzig Minuten Sonne auf einer Bank. Ein spontaner Gedanke, aus dem etwas Gemeinsames wird.
Nicht jedes Zusammensein muss ein Ereignis sein. Manches darf einfach zum Alltag gehören. Vielleicht wird gerade dadurch der Alltag selbst wieder ein wenig lebendiger.
Aus diesem Gedanken ist das Impulssystem entstanden. Kleine Anregungen, aus denen etwas entstehen kann. Ein schöner Gedanke für sich selbst oder ein Anstoß zum gemeinsamen Tun.
Natürlich wirft das Fragen auf. Wie macht man ein soziales Netzwerk interessant, ohne Menschen möglichst lange darin halten zu wollen?
Ein AbzweigUnd was ist eigentlich dein Dopamintrigger?
Das fragte mich einmal jemand, und die Frage war durchaus berechtigt. Denn soziale Netzwerke haben über die Jahre ziemlich gut gelernt, wie man Menschen dazu bringt, immer wieder zurückzukommen. Ein endloser Feed, immer neue Inhalte, die nächste Benachrichtigung, vielleicht ein Like. Es könnte ja etwas Interessantes dabei sein.
Aber muss das Interessante immer auf dem Bildschirm stattfinden? Und ist die Freude an einer kleinen Belohnung überhaupt das Problem? Oder erst, wenn daraus ein endloses Scrollen wird?
Ich finde, ein soziales Netzwerk darf neugierig machen, überraschen und Freude bereiten. Ein guter Gedanke, ein schönes Gedicht oder eine überraschende Anregung können einen ganzen Nachmittag bereichern. Auch wenn man sie auf einem Bildschirm entdeckt. Nur sollte die Freude nicht davon abhängen, dass wir immer weiter nach der nächsten kleinen Belohnung suchen.
Dafür ist das Impulssystem gedacht. Nicht als endloser Strom von Inhalten, die man konsumiert, sondern als Sammlung von Anregungen, die etwas in Bewegung bringen können. Manchmal nur einen Gedanken. Manchmal eine neue Begeisterung. Und manchmal einen gemeinsamen Nachmittag.
Und wenn daraus eine Partie Schach im Park wird, hat SYNQ seinen Zweck erfüllt. Auch wenn die App längst geschlossen ist.
Und wie verdient man damit eigentlich Geld? Darüber habe ich mir einige Gedanken gemacht. Denn SYNQ soll nicht nur eine schöne Idee bleiben, sondern auch wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können.
Ein AbzweigUnd wie verdient SYNQ Geld?
Nun, wir leben ja nicht asketisch. Und ich habe auch nichts gegen Konsum. Er sollte nur einen Sinn haben.
Ein soziales Netzwerk, das nicht davon leben will, Menschen möglichst lange festzuhalten, muss sein Geld anders verdienen als die meisten. Das ist das Dilemma. Drei Wege kann ich mir gut vorstellen. Fertig ist davon noch nichts.
Der erste: SYNQ selbst soll kostenlos sein. Bezahlen soll man nur für das, was darüber hinausgeht. Etwa für den KI-Begleiter oder den Reise-Pass, mit dem du SYNQ in einer anderen Stadt nutzt wie zu Hause. Solche Funktionen kosten uns selbst etwas, Rechenzeit für die KI oder Arbeit für die Datenbank. Also würden wir sie zu diesem Preis weitergeben, mit einem kleinen Aufschlag. Was noch dazukommt, sehen wir dann.
Der zweite sind die Spots. Heute sind das vor allem Tischtennisplatten und Basketballkörbe. Wenn SYNQ einmal genug Leute hat, könnten Tennisplätze, Minigolfanlagen und ihre Buchungssysteme dazukommen. Dann habt ihr es leichter und bekommt vielleicht auch einen besseren Preis. Die Orte füllen ihre leeren Stunden. Und bei uns bleibt auch ein wenig hängen.
Und zu guter Letzt dann doch Werbung. Aber nicht irgendeine. Wenn in einer Nachbarschaft plötzlich alle Origami falten, warum sollte man nicht auch ein schönes Buch dazu finden können? Google hat ganz am Anfang etwas Ähnliches von seinen Werbetreibenden verlangt: Eine Anzeige musste zu dem passen, was man gerade suchte. Das möchte ich auch. Keine Werbung, die euch zumüllt, sondern ausgewählte, die euch etwas bringt und zum gemeinsamen Erleben beiträgt.
Was davon trägt, wird sich zeigen. Wichtig ist mir: SYNQ soll wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen, gesund wachsen und robust sein. Es muss nicht um jeden Preis immer größer und profitabler werden.
Und wenn wir für mehr Umsatz Menschen länger vor ihre Bildschirme locken müssten, ohne ihnen etwas wirklich Wertvolles zu geben, würde ich lieber auf den Umsatz verzichten. SYNQ soll nicht davon leben, dass Menschen möglichst lange in der App bleiben. Sondern davon, dass es ihr Leben bereichert.
Eines war mir dabei von Anfang an wichtig: Die Mittel sollen zum Zweck passen. Erich Kästner hat dafür einmal die treffenden Worte gefunden:
Der Zweck, sagst du, heiligt die Mittel? […]Oh schwarz umflortes Kapitel!Fest steht trotz Schrecken und Schreck:Die Mittel entheiligen den Zweck.Deshalb werdet ihr SYNQ auch nicht auf den üblichen Social-Media-Kanälen finden. Ich möchte nicht ausgerechnet die Mechanismen nutzen, denen ich mit SYNQ ein Stück weit etwas entgegensetzen möchte.
Aber zurück zur Geschichte. Zu all diesen Gedanken kam schließlich etwas sehr Praktisches: Mit Claude Code hatte die App-Entwicklung eine neue Leichtigkeit bekommen. Nach zwei bis drei Jahren Arbeit in München hängte ich meinen Job an den Nagel und begann, SYNQ wirklich zu bauen.
Und nun sind wir eigentlich schon hier.
Ich wünsche mir, dass jemand in einer neuen Stadt oder irgendwo im eigenen Viertel das S an einer Tür entdeckt und denkt: „Ach, hier sind meine Leute.“
Dass man sich beim Bäcker nicht nur als Kunde fühlt, sondern auch ein bisschen als Nachbar. Dass in den Innenhöfen wieder mehr gespielt, geredet und gelebt wird. Dass sich jemand mit seinem Kaffee auf die Stufen vor dem Haus setzt und sich einfach jemand dazugesellt.
Vielleicht entstehen daraus Freundschaften. Vielleicht bleibt es bei einem schönen Nachmittag. Beides wäre wunderbar.
Und vielleicht können wir mit SYNQ ein kleines Stück dazu beitragen, dass sich das Leben in unseren Städten verändert. Dass Menschen einander wieder zugewandter sind, mehr miteinander unternehmen und aus einem spontanen Gedanken etwas Gemeinsames entstehen lassen. Nicht, weil sie müssen. Sondern weil es einfach möglich ist.
Dass Nachbarschaft einfach wieder nachbarschaftlich ist.

— Leo
Wo es hingehen soll
Es fängt mit dem einfachsten Fall an. Von dort wächst es in vier Richtungen.
- gibt es
- entsteht gerade
- geplant
- Idee
Miteinander im Viertel
Orte machen mit
Begleiter, die mitdenken
Über das Viertel hinaus
Heute
- Einen SYNQ erstellen oder dazukommen: Mitspieler:innen für eine seltene Sportart, ein Brettspielabend, der noch jemanden sucht.
- Auf der Karte siehst du live, was in der Nähe läuft.
- Gruppen für die Leute, die du wiedersehen willst.
- SYNQ schlägt deiner Gruppe den nächsten Termin vor. Ihr müsst nicht jedes Mal neu planen.
- Kleine Etappen, die deinen Weg auf SYNQ sichtbar machen.
- Spots: die Orte, an denen ihr euch trefft — von euch selbst angelegt.
- SYNQ lernt mit der Zeit, was zu dir passt, und schlägt es dir vor. Du siehst, was es gelernt hat, und entscheidest, was bleibt.
Demnächst
- Der erste KI-Begleiter schreibt Impulse für dich: kurze Texte und Ideen zu dem, was du gern machst. Weitere folgen, einer nach dem anderen.
Bald
- Ein Schwarzes Brett: „ich suche“ und „ich hab“ — eine halbe Stunde Begleitung zur Apotheke, ein Akkubohrer zum Ausleihen, ein kurzer Gefallen.
- Der Tennisplatz, das Yoga-Studio, der Probenraum übernehmen ihren Spot, laden selbst zu SYNQs ein — und werden buchbar.
Dann
- Wenn ihr wollt, findet SYNQ in euren Kalendern eine gemeinsame freie Stunde.
Später
- SYNQs auch über die Stadt hinaus: Wohnungstausch zwischen Stadt und Land, Können tauschen über Stadtgrenzen hinweg.
Irgendwann
- Ein geteilter Link öffnet den SYNQ auch am Laptop.
- Der Wochenrückblick fragt, was dir gutgetan hat, und schlägt vor, was du mit anderen machen kannst.
In zehn Jahren ist es normal, dass jemand ein paar Straßen weiter antwortet, wenn du etwas vorhast oder Hilfe brauchst.
Woran wir uns halten
- 01
Spontan statt geplant.
Du sagst, worauf du Lust hast, und wer in der Nähe auch Lust hat, kommt dazu. Ohne Termin, ohne lange Planung.
- 02
Was ihr erlebt, zählt mehr als ein Profil.
Natürlich willst du einen ersten Eindruck haben. Am Ende zählt, was ihr zusammen erlebt, nicht wie jemand auf dem Profil aussieht.
- 03
Was zählt, ist das Treffen.
Die App bringt euch zusammen, mehr nicht. Ob SYNQ funktioniert, zeigt sich daran, ob ihr euch trefft und wiederseht. Nicht daran, wie lange du in der App bist.
- 04
Hinter jedem SYNQ steht ein Mensch.
Bei jedem SYNQ siehst du, wer einlädt.
- 05
Wir achten aufeinander.
Uns ist wichtig, dass sich hier alle sicher und willkommen fühlen. Jede Meldung liest ein Mensch.
- 06
SYNQ meldet sich, wenn es etwas gibt.
Wir wollen, dass du die App schnell wieder zumachst und rausgehst. Wann sie sich meldet, bestimmst du.
- 07
Du bestimmst, was SYNQ über dich lernt.
Mit der Zeit merkt SYNQ, was dich interessiert, und schlägt Passendes vor. Du siehst immer, was es gelernt hat, und entscheidest, was bleibt.
- 08
Du findest uns in der Nachbarschaft.
Nicht auf Instagram, LinkedIn & Co. Die leben davon, dass du möglichst lange auf den Bildschirm schaust, und genau das wollen wir nicht.
Wer dahintersteckt

Leonard
Gründer & Produkt
Schreibt den Code und formt das Produkt.

Christian
Mitgründer
Gibt den Rückenwind, der aus der Idee ein Produkt macht.
Kevin
Sparring & Support
Ansprechpartner für Fragen zur App-Entwicklung.
Tobias
Sparring & Rückhalt
Unterstützer und Sparringspartner der ersten Stunde. Denkt mit, hält dagegen.
Claude Code
KI · Entwicklung
Schreibt mit Leonard fast den ganzen Code. Ohne Claude gäbe es die App nicht.
Lust, mitzubauen?
Gerade suchen wir vor allem:
- DesignWie SYNQ spricht und wirkt.
- Head of MarketingSYNQ nach draußen tragen, bevor es alle kennen.
- Business Partner & Investor:innenWenn du dir vorstellen kannst, SYNQ geschäftlich oder finanziell zu unterstützen, erzähle ich dir gern mehr. Die Zahlen dahinter anfragen →
Nichts dabei? Schreib uns an hello@synq.community
Die Zahlen dahinter
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